01.12.2016 Vortrag Familie, Autorität und bürgerliche Gesellschaft: Zur Aktualität der Autoritarismus-Studien der Kritischen Theorie aus feministischer Perspektive

Donnerstag, 01.12.2016, 19:30 Uhr
Psychologisches Institut Hörsaal II, Hauptstr. 47-51, HD-Altstadt

Statt auf eine Akzeptanz des „Oxi“ der griechischen Bevölkerung gegen weitere Sparmaßnahmen zu pochen, war hierzulande die Häme über die ‚Pleitegriechen’ groß. Die Angst vor ‚Islamisierung’ treibt nicht nur in Ostdeutschland Menschen zu Hunderten und Tausenden auf die Straße. Initiativen zur Verankerung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt als Bildungsziele lösen Proteste gegen eine ‚Frühsexualisierung’ von Kindern aus und auch in renommierten Zeitungen weiß man: Dahinter steckt nicht zuletzt die ‚Ideologie’ der Gender Studies.
Solche Entwicklungen geben Anlass, sich erneut mit den Autoritarismus-Studien der Kritischen Theorie zu beschäftigen: Was können diese zum Verständnis aktueller Phänomene beitragen? Und inwiefern können feministische Analysen an diese anschließen?

mit Barbara Umrath, Dipl.-Päd., lebt in Köln und arbeitet an einer Promotion zu Feminismus und Kritischer Theorie.

29.11.2016 Vortrag „Liberté, Égalité, Beyoncé“ – Feminismus in der Popkultur

Dienstag, 29.11.2016, 19:30 Uhr
Café Gegendruck, Fischergasse 2, HD-Altstadt

2014 ruft das Time Magazine das „Jahr des Popfeminismus“ aus. Beyoncé tanzt bei den MTV VMAs vor dem riesigen Schriftzug „Feminist“. Selbst Pharrell mit seinen umstrittenen „Blurred Lines“ erklärt, er wolle sich für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen einsetzen… – Welche politische Aussagekraft kann ein Feminismus noch haben, der im wohlfühligen Mainstream der Popkultur angekommen ist? Handelt es sich dabei um einen „Stachel im Fleische des Pop“ (Bitch Magazine) oder um eine „feindliche Übernahme“ (Emma) durch Marketing-Abteilungen und Werbeagenturen? Und kann Twerken tatsächlich feministisch sein?!
In ihrem Vortrag zeichnet die Referentin die aktuellen Debatten um den schillernden Begriff „Popfeminismus“ nach und erörtert die emanzipatorischen Möglichkeiten und inhaltlichen Risiken, die sich aus einer Allianz von Feminismus und Popkultur ergeben können.

mit Jasmin Tran

25.11.2016 feministische Kneipe Purple Planet: Für-Sorge(n): Feministische, kapitalismuskritische Blicke auf Arbeit – Macht – Geschlechterverhältnisse

Freitag, 25.11.2016, 20 Uhr
Café Gegendruck, Fischergasse 2, HD-Altstadt

(If you need a translation into English, tell the organizers! English version below)

Die feministische Kneipe Purple Planet im November bringt einen Input – danach gibt’s wie immer Raum für Diskussionen und nen gemütlichen Abend.

Im Tumult der Bedeutungsverschiebungen und De-Thematisierung von Geschlecht bleibt sowohl die Zuständigkeit von Frauen* für Fürsorge-Arbeit als auch die Abwertung dieser unerlässlichen Tätigkeiten hartnäckig bestehen. Zugleich tauchen Schwierigkeiten auf, eine kollektive Betroffenheitslage zu artikulieren. Der Vortrag spürt der Kernfrage nach, wie aus feministischer Genderperspektive das gute Leben für alle* in den bestehenden vermachteten Strukturen und vorherrschenden Verhältnissen gestaltbar ist.
Nach einer Bestandsaufnahme und Begriffsklärungen flechten meine Überlegungen un/mögliche gesellschaftliche Veränderungen in das Fragemuster ein. Im Vordergrund steht die Schärfung des Blicks auf die Un/Sichtbarkeit von Care-Arbeit im weißen patriarchalen Kapitalismus, um so in der anschließenden Diskussion dem Fragebündel zur Re/Politisierung von Fürsorge-Arbeit möglichst differenziert begegnen zu können.

mit Sandra Hettmann, Gender- und Literaturwissenschaftlerin*, Lyrikerin*

#################################################

Concerns for/over others: feminist anticapitalist perspectives on work – power – gender relations

November’s feminist bar Purple Planet will present an input – afterwards there will be space for exchange in a cozy environment, as always.

What persistently remains unchanged in the turmoil of shifts in meaning and the de-focusing of gender is both women*’s responsibility for care work and the devaluation of this indispensable work. At the same time difficulties arise in articulating how a situation collectively affects women*. The talk will trace the key question how to shape a good life for everyone* within the existing structures and hegemonic conditions, steeped in power as they are.
After clarifying some concepts and reviewing the issues at hand the speaker’s thoughts will interlace im/possible changes in society with the pattern of questions. The focus will be on raising awareness about the in/visibility of care work in White patriarchal capitalism, in order to enable us to tackle the fuzzy bundle of questions about the re/politicisation of care work in a manner as differentiated as possible in the ensuing discussion.

with Sandra Hettmann, researcher in Gender & Literary Studies and poet

24.11.2016 Vortrag „Fett fetzt“: Einführung zu Fatshaming und wie wir damit umgehen können

Donnerstag, 24.11.2016, 19:30 Uhr
Café da lang, Keller der Instituts für Bildungswissenschaften, Akademiestr. 3, HD-Altstadt

„Fett fetzt“: Einführung zu Fatshaming und wie wir damit umgehen können

Fat-Shaming – also die Diskriminierung von dicken_fetten Menschen – ist sehr weit verbreitet. Dicke_fette Menschen sind vielen Vorurteilen ausgesetzt und sie werden auf Grund ihres Körpers stigmatisiert. Egal ob im Schwimmbad, in der Uni oder in der Familie. Meist bekommen sie zu spüren, dass sie „falsch“ sind und sich (und ihren Körper) verändern sollen.
Die Referentin möchte in ihrem Vortrag die Diskriminierungsform Fat-Shaming beleuchten und aufzeigen wie sie begründet wird. Ihren Schwerpunkt legt sie dabei auf das Erleben von dicken_fetten Frauen*.
Zudem stellt sie die Frage nach einem möglichen Umgang für Betroffene, aber auch für Menschen, die solidarisch unterstützen möchten.

22.11.2016 Vortrag: “Ich bin nicht an die Front gekommen, um mit dem Putzlumpen in der Hand zu krepieren.” Frauen im Spanischen Bürgerkrieg

Der Kampf gegen den Franquismus veränderte ihr Leben: Frauen gingen auf die Barrikaden, griffen zur Waffe und arbeiteten in „Männerberufen“. Sie organisierten antifaschistische Agitation und den mühsamen Alltag in Kriegszeiten. Für viele Frauen war die Zeit des Spanischen Bürgerkriegs nicht nur mühevoller Kampf, der Leiden und Opfer forderte, sondern auch Befreiung und Ausbruch. Frauenorganisationen und -zeitschriften wurden gegründet und erhielten starken Zulauf. Doch die soziale Revolution und der Aufbruch der ersten Tage waren schnell vorüber. Das Bild der selbstständigen, gleichberechtigten Frau verschwand, ihr Platz war nun wieder in der Etappe, zur Unterstützung der Kämpfenden. Aber nicht alle Frauen ließen sich ihre neu erstrittenen Freiheiten nehmen und in traditionelle Rollen zurückdrängen.

Weitere Infos: http://heidelberg.vvn-bda.de/vortrag-ich-bin-nicht-an-die-front-gekommen-um-mit-dem-putzlumpen-in-der-hand-zu-krepieren-frauen-im-spanischen-buergerkrieg/

Veranstaltung von VVN/BdA, SDS Heidelberg, AIHD/iL

18.11.2016 Vortrag „For more women in tech; do!“

Freitag, 18.11.2016, 18-20 Uhr
Mathematikon INF 205, Seminarraum A/B

Programmieren und Gender: „For more women in tech; do!“

Wir schreiben das Jahr 2016. Wir können auf den Mond fliegen, mit Australien Video-chatten, QR-Codes scannen, uns von autonomen Autos einschüchtern lassen, 3D-drucken, hochauflösende Selfies schießen und den Träumen künstlicher Intelligenz zuschauen. Die Zukunft ist da, wir haben so viel erreicht. Doch ein Blick in die Maschinenräume und Informatik-Vorlesungen dieser Erde vermittelt ein anderes Bild. Die Geschlechterdisparität in der IT ist noch immer enorm, dabei war das nicht immer so und ist alles andere als unüberwindbar – das haben auch einige Initiativen gemerkt, die sich wirksam und kreativ für mehr Frauen und Diversität in der IT einsetzen.
Aus gutem Grund!

mit Fiona Krakenbürger

18.10.2016 „Wo bleibt die perfekte Welle?“ Über die Entwicklung des Feminismus von der Französischen Revolution bis heute.

Di, 18.10.2016 – 19:30 Uhr
Buchhandlung Schöbel, Plöck 56A, HD-Altstadt

Von der Französischen Revolution an über die sogenannten Wellen des Feminismus mit ihren jeweiligen Themenschwerpunkten bis hin zu den vielfältigen Ausgestaltungen in der aktuellen Debatte versucht die Referentin in ihrem Vortrag, einen Überblick über die historische Entwicklung der feministischen Idee zu geben und die Erfolge und Misserfolge des Feminismus kritisch zu würdigen.

mit Jasmin Tran